ein film von fedor belenkyRUHE
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Logline

Ruhig, mein Kleiner, ruhig… Weißt du – damals, als es das letzte Mal losging, da war ich so alt wie du. Ich erinnere mich als wäre es gestern gewesen – es war ein wunderschöner ruhiger Sommertag, ein Sonntag. Wir hatten gerade zu Abend gegessen und ich saß noch im Garten in den letzten Sonnenstrahlen und malte. Und plötzlich – hörte ich diese Flugzeuge an uns vorbei ziehen, diese furchtbaren dröhnenden Ungeheuer. Tja… Und kurz darauf ging es dann los… dann war unser kleines ruhiges unbeschwertes Leben zu Ende.

Synopsis, kurz

Timo ist ein kleiner Junge und lebt mit seinen Eltern in einer ruhigen Vorstadtsiedlung. Dort reiht sich ein Einfamilienhaus ans andere, jedes mit einem eigenen kleinen Grundstück. Die Nachbarschaft ist sehr gemütlich und wenn im Sommer die Sonne scheint, wird zusammen im Garten gegrillt. So auch an diesem Tag, als das Furchtbare passiert.
Eben hatten Timos Eltern noch Besuch. Sogar die Großmutter Gertrud ist angereist. Sie schläft jetzt nach dem Abendessen in einer Gartenliege, während Timo daneben am Esstisch sitzt und auf Papier rumkritzelt. Ab und an fährt ein Auto vorbei, der Nachbarsbrunnen plätschert, seit einer Weile schon tönt der samstägliche Übungsalarm…
Plötzlich nimmt Timo ein dumpfes Brummen wahr. Es kommt zunächst von weit weg, wird aber immer lauter und entpuppt sich als das Dröhnen von vielen Flugzeugmotoren. Wenig später wird dieser sonnige Tag von fernem Donnern durchzerrt und die Erde beginnt zu beben. Der Übungsalarm war kein Übungsalarm und die Familie muss sich im Keller verstecken.
Es vergehen Stunden oder Tage. Immer wieder bebt die Erde, immer wieder heult der Alarm auf. Der Krieg kommt immer näher. Das Haus wird von Einbrechern heimgesucht. Aber die Familie hat Angst den Keller zu verlassen. Als Vater einmal hinaufsteigt, kehrt er nicht mehr zurück. Bald fallen Bomben auf das Haus. Gefechte toben über dem Keller. Timo verliert nacheinander seinen Vater, seine Mutter und seine Großmutter und bleibt ganz alleine im finsteren Loch, das einst der Keller seines gemütlichen Hauses war. Er wünscht sich Nichts als aufzuwachen, aber er kann nicht.

Synopsis, lang (Achtung! Spoiler!)

Timo ist ein zehnjähriger Junge und lebt mit seinen beiden Eltern in einem gemütlichen Einfamilienhaus. Andere gemütliche Einfamilienhäuser umgeben ihr Grundstück. Sie leben in einer von Freundschaft und Sicherheit geprägten Nachbarschaft.
Es ist Sommer. An freien Tagen wird zusammen gegrillt, Kinder spielen auf der Straße, Mütter plaudern beim Kaffeeklatsch, Väter werkeln gemeinsam in den Garagen. Alle Türen stehen offen.
An einem solchen Nachmittag ereignet sich aber etwas Furchtbares.
Gerade waren noch die Nachbarn zu Besuch. Auch die Großmutter Gertrud ist aus der Stadt angereist. Es wurde im Garten gegessen und der Tisch muss noch abgeräumt werden, aber der kleine Timo spielt schon fröhlich vor sich hin. Seine Oma schläft daneben in einer Gartenliege. Ab und an fährt ein Auto vorbei, das Wasser im Nachbars Brunnen plätschert leise, seit einer Weile tönt schon der samstägliche Übungsalarm.
Plötzlich nimmt Timo ein dumpfes Brummen wahr. Es kommt von weit weg, wird aber immer lauter. Timo wandert durch seinen Garten auf der Suche nach der Quelle des Geräuschs, bis er seine Augen zum Himmel hebt und weit am Horizont eine Menge an unheimlichen Flugzeugen vorbeifliegen sieht.
Timo flüchtet in Haus und sucht Schutz bei seinen Eltern. Doch kurz darauf bebt die Erde und ganz weit entfernte Explosionen ertönen. Während Timo bei seiner Mutter bleibt, geht sein Vater zu Nachbarn um herauszufinden, was los ist. Als er zurückkehrt, muss die Familie in den Keller hinabsteigen.
Der Keller ist groß, verwinkelt, dunkel und voll mit aussortierten Sachen, die keinen Gebrauch im alltäglichen Leben mehr finden. Im Keller heißt es warten. Sehr, sehr lange warten.
Nach einer Weile wird es still, aber niemand kommt um Entwarnung zu geben. Der Vater steigt herauf um nach dem Rechten zu schauen. Und kommt nicht zurück.
Während die Familie auf Vaters Rückkehr wartet, verliert Timos Mutter zunehmend die Nerven. Sie lässt ihren Sohn mit der Großmutter zurück, um oben nach ihrem Mann zu suchen. Sie kommt auch nicht zurück.

crew/cast
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Regie / Fedor Belenky

Produktion / Nina Zarkh

Kamera / Valentin Steiner

Ton / Anton Zhukovsky
Cast Dominik Dusemond
Anna Scholten
Stefan Tiede
Sieglinde Hussong
Johannes Quester
Benjamin Kelm
Dustin Weis

Drehbuch & Regie

Fedor Belenky, geboren in Leningrad studierte an der Hochschule der bildenden Künste Saar. Zu seinen Arbeiten zählen mehrere Kurzfilme, Dokumentationen und ein preisgekrönter Animationsfilm.
Im Jahr 2014 verließ er die HBK mit einem Diplom in Medienkunst und Mediendesign und hält seitdem Kurs auf neue Abenteuer.

Filmografie:

  • 2009 Der Unsichtbare (Kurzfilm)
  • 2010 Genesis (Kurzfilm)
  • 2010 Die Leute vom Flug 103 (Animation)
  • 2010 Caro Streck – You Got It All (Musikvideo)
  • 2011 Momento (Kurzfilm)
  • 2012 Gerard Hauray in Saarbrücken (Doku)
  • 2013 Jugger (Doku)
  • 2013 Der Dolch (Kurzfilm)
  • 2014 Ruhe (Mittellangfilm)
Kamera & Licht Valentin Steiner
Kameraassistenz Sanchirchimeg Vanchinjav
Tobias Heitz
Produktionsleitung & Aufnahmeleitung Nina Zarkh
Setton, Tonmischung & Musik Anton Zhukovsky
Setton Anton Vasilovic
Zweites Aufnahmeteam Felix Gropper
Christopher Weyer
Felix Wilcken
Lichtassistent Ralf Weber
Ausstattung & Materialassistenz Oliver Schubert
Schnitt Nina Zarkh
Spezialeffekte Manuel Schwedt
Nina Zarkh
Nikolaj Woroschilow
Fedor Belenky
Script Magdalena Stateva
Bestgirl Ricarda Herguijuela

Besonderer Dank an
Brigitta Better, Ursula Valerius, Vanessa Weidenfeld, Rosel Bilke, Irene Kamps, Gemeinde Überherrn, Rene Muth, Frau Bonner, Herr Müller, Jan Tretschok, Ralph Schneider, Tobias Heitz, Sarah Kempf, Katrin Neisius, Cappo, Nanuuk, Spyke, Otto Deutsch, Dorothee De Coster, Victor Zarkh, Annabelle Liesenfeld, Lisa Marie Schmitt, Richard Engel, Ruben Krebs, Petra Lemy, Lazar Mesaros, Polina Trischkina, Sabine Hammes, Wolfgang Baader, Steffen Conrad, Stadtteilwerkstatt Malstatt, JunOst, Pfarrgemeinde St. Josef, Bernd Schikofsky, Ev.-Kath. Telefonseelsorge und Beratungsstelle Saar, Anne Schönberger, Phillip Werb, Graf-Werder-Kaserne, Breite 63, Army-Store, Jana Weizel, Prof. Sung-Hyung Cho, Kino achteinhalb, Erhard Giesen, Fabiana Cardalda, Farbkult

Künstlerische Betreuung: Fred Kelemen

Gefördert durch Saarland Medien GmbH

Eine Koproduktion mit der Hochschule der Bildenden Künste Saar
director's note
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Was ist der Krieg für die junge Generation in Deutschland? Nicht für die Gesellschaft insgesamt, sondern für einen einzelnen Menschen, für ein Kind? Ein Stoff aus dem Geschichtsunterricht? Ein Bild aus dem Fernsehen? Ein Drama auf der Leinwand? Eins ist er sicherlich nicht – nicht real, nicht hier und nicht jetzt. Der Krieg ist 2013 eine Rede am Grab der verstorbenen Großmutter. 1983 war der Krieg die Erzählungen der alten Leute in verrauchten Dorfkneipen. 1963 war er eine wehmutige Erinnerung, gemischt mit der Freude über ein Leben ohne ihn. 1943 war er da – real, hier und jetzt. Und dann sind da diese angsteinflößenden und bizarren Relikte dieser Zeit, die im Kalten Krieg noch gepflegt und ausgebaut wurden – Luftschutzbunker und Luftschutzalarmanlagen. Viele Bunker werden bis auf den heutigen Tag gewartet und die Alarmanlagen singen regelmäßig ihr unheilvolles Lied. Doch während die alten Menschen bei diesem Ton zusammenzucken, steht es um die jüngeren Generationen ganz anders. Können sie sich auf den Gedanken einlassen, dass ein Sirenenalarm kein Übungsalarm sein kann?

trivia
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Dominik, der junge Hauptdarsteller war beim Dreh zehn Jahre alt. Wegen Jugendschutzbestimmungen konnte er pro Tag nur maximal fünf Stunden am Set sein. Dabei taucht er ja in fast jeder Einstellung des Films auf, weswegen die Dreharbeiten einen ganzen Monat gedauert haben.

Der Film wurde in und um Saarbrücken gedreht. Er erhielt die saarländische Filmförderung. Die saarländische Filmförderungsgesellschaft heißt „Saarland Medien“ und fördert etwa zehn Medienproduktionen pro Jahr.

Die Aufnahmen wurden mit einem kleinstmöglichen Drehteam erstellt. Bei den meisten Szenen waren außer Regie und Kamera nur zwei Assistenten anwesend.

Das Dorf, in dem die Außenaufnahmen entstanden sind, ist eine Plansiedlung aus den 60er Jahren. Es liegt in der Nähe des französischen Atomkraftwerks Cattenom und hat ein intaktes Warnanlagen-System. Jeden Samstag heult dort der Übungsalarm auf. Manchmal aber auch noch zu anderen Zeiten. Das Drehteam hat nie ein System dahinter entdecken können.

press kit
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kontakt
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Nina Zarkh
Neustraße 3
66115 Saarbrücken

Telefon: 0177-5013976
Email: n.zarkh [at] hbksaar.de

stills
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